Thommie Bayer

Was Andreas Franz in Sachen Krimis, ist für mich Thommie Bayer für gefühlsbetonte Romane. Mit Thommie Bayers Buch „Spatz in der Hand“ begann in einem Karpathos-Urlaub mein Einstieg ins Bücherlesen, nachdem ich mich lange Zeit nur Programmierer-Fachzeitschriften gewidmet hatte. Den Roman habe ich geradezu verschlungen, obwohl – oder gerade weil – er ganz leicht und unkompliziert zu lesen ist. Ich verwende dafür gern den Begriff „Popcorn-Literatur“ – und das ist in keiner Weise negativ gemeint, ganz im Gegenteil! Und so wirken fast alle Thommie Bayer-Romane auf mich: Ich fühle mich von der ersten Seite an „im Buch“ und lebe, denke und fühle mit den fast ausnahmslos männlichen und sich in ihrer Art irgendwie immer gleichenden Protagonisten – so fern sie mir vom Naturell eigentlich sind. Von dieser Regel gibt es für mich zwei Ausnahmen: „Das Herz ist eine miese Gegend“ und „Die gefährliche Frau“. Ersteres, weil ich mehrere Anläufe brauchte, um in das Buch zu kommen – dann aber hat es mich nicht mehr losgelassen, und es ist in meinen Augen Bayers bester Roman. Man sollte ihn aber nicht lesen, wenn man unter akutem Liebeskummer leidet. Für alle anderen ist es eine wunderschöne Lebensgeschichte über eine unerfüllte Liebe. „Die gefährliche Frau“ ist eine Ausnahme, weil Erinnerungen der Protagonistin erzählt werden, die in meinen Augen die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Über beide Bücher werde ich noch detailliert schreiben. Ansonsten lesen sich Thommie Bayers Romane ausnahmslos schön, sind die perfekte Literatur zum Entspannen, und man kann sie immer wieder lesen.

Mir persönlich ist beim Lesen aufgefallen, dass das Ende der Romane jedes Mal wie im Zeitraffer erzählt wird – so als mussten die Bücher innerhalb einer bestimmten Seitenzahl zuende geschrieben werden. Als ich ihn per E-Mail darauf ansprach, antwortete Thommie Bayer mir vor einiger Zeit, dass ihm das selbst gar nicht aufgefallen und nicht beabsichtigt ist. Ich habe mir diese Woche Thommie Bayers neuen Roman „Aprilwetter“ bestellt. Mal schauen, ob mir das schnelle Ende dann wieder auffällt…

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