Archiv für Mai 2009

Thommie Bayer

Donnerstag, 28. Mai 2009

Was Andreas Franz in Sachen Krimis, ist für mich Thommie Bayer für gefühlsbetonte Romane. Mit Thommie Bayers Buch „Spatz in der Hand“ begann in einem Karpathos-Urlaub mein Einstieg ins Bücherlesen, nachdem ich mich lange Zeit nur Programmierer-Fachzeitschriften gewidmet hatte. Den Roman habe ich geradezu verschlungen, obwohl – oder gerade weil – er ganz leicht und unkompliziert zu lesen ist. Ich verwende dafür gern den Begriff „Popcorn-Literatur“ – und das ist in keiner Weise negativ gemeint, ganz im Gegenteil! Und so wirken fast alle Thommie Bayer-Romane auf mich: Ich fühle mich von der ersten Seite an „im Buch“ und lebe, denke und fühle mit den fast ausnahmslos männlichen und sich in ihrer Art irgendwie immer gleichenden Protagonisten – so fern sie mir vom Naturell eigentlich sind. Von dieser Regel gibt es für mich zwei Ausnahmen: „Das Herz ist eine miese Gegend“ und „Die gefährliche Frau“. Ersteres, weil ich mehrere Anläufe brauchte, um in das Buch zu kommen – dann aber hat es mich nicht mehr losgelassen, und es ist in meinen Augen Bayers bester Roman. Man sollte ihn aber nicht lesen, wenn man unter akutem Liebeskummer leidet. Für alle anderen ist es eine wunderschöne Lebensgeschichte über eine unerfüllte Liebe. „Die gefährliche Frau“ ist eine Ausnahme, weil Erinnerungen der Protagonistin erzählt werden, die in meinen Augen die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Über beide Bücher werde ich noch detailliert schreiben. Ansonsten lesen sich Thommie Bayers Romane ausnahmslos schön, sind die perfekte Literatur zum Entspannen, und man kann sie immer wieder lesen.

Mir persönlich ist beim Lesen aufgefallen, dass das Ende der Romane jedes Mal wie im Zeitraffer erzählt wird – so als mussten die Bücher innerhalb einer bestimmten Seitenzahl zuende geschrieben werden. Als ich ihn per E-Mail darauf ansprach, antwortete Thommie Bayer mir vor einiger Zeit, dass ihm das selbst gar nicht aufgefallen und nicht beabsichtigt ist. Ich habe mir diese Woche Thommie Bayers neuen Roman „Aprilwetter“ bestellt. Mal schauen, ob mir das schnelle Ende dann wieder auffällt…

Andreas Franz

Montag, 04. Mai 2009

Mein absoluter Lieblingskrimiautor ist Andreas Franz. Seine Romane spielen zum größten Teil im Rhein-Main-Gebiet, was für mich, der sich ganz häufig in Darmstadt und Frankfurt aufhält, ganz besonders spannend ist. Die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen, haben doch eine andere Intensität, wenn man die in den Romanen beschriebenen Orte wirklich schon gesehen hat, selbst einmal dort gewesen ist. Aber nicht nur dadurch werden Andreas Franz’ Romane zu etwas besonderem für mich. Zum einen ist es die Tatsache, dass er zu den wenigen Autoren gehört, bei denen ich schon ab dem ersten Wort komplett im Roman versinken kann und kein einziges Mal denke: „Das ist jetzt aber blöd formuliert“, was mich bei einigen anderen Romanen sehr stört. Nein, Andreas Franz spricht meine Sprache, kein Wort stört meinen Lesefluss und ich kann wunderbar in den Krimi abtauchen und habe unvernünftigerweise schon die ein oder andere Nacht durchgelesen, weil ich das Buch einfach nicht weglegen konnte. „Jung, blond, tot“ war der erste Roman, den ich mir ausgerechnet an einem Frankfurter Bahnhofskiosk gekauft habe, weil ich Nachschub für meine tägliche Bahnfahrt brauchte. Und ich ertappte mich dabei, dass ich mir die ein oder andere Verspätung gewünscht habe, um vielleicht doch noch das nächste Kapitel zu schaffen. Die meisten Krimis von Andreas Franz handeln übrigens von der Frankfurter Kriminalpolizistin Julia Durant bzw. von der Staatsanwältin Elvira Klein und dem Offenbacher Kommissar Peter Brandt. Diese „Serien“ sorgen dafür, dass man viele Eigenheiten der einzelnen wiederkehrenden Protagonisten schon kennt, bevor sie beschrieben werden – man muss die Bücher deshalb aber nicht streng der Reihe nach lesen. Ich habe mittlerweile fast alle Romane wild durcheinander gelesen und warte nun schon wieder sehnsüchtig auf Nachschub. Das Einzige, was mich immer nachdenklich macht, ist, wenn in einem von Andreas Franz’ Romanen ein Kind entführt wird. Als Papa geht mir das schon ziemlich nahe, und ich frage mich, was Andreas Franz, der selbst fünf Kinder hat, empfindet, wenn er solche Themen anpackt. Aber das frage ich ihn vielleicht einfach mal persönlich.